LIFE Berg-Mähwiese (NATURA 2000-Code: 6520)

Berg-Mähwiesen sind extensiv genutzte Wiesen mit wenigen und späten Schnittzeitpunkten, sowie mit geringer Düngung. Sie lösen die Flachland-Mähwiesen in den höheren Lagen der Mittelgebirge und der Alpen ab. Auf den Wiesen findet man häufig Goldhafer (Trisetum flavescens), weswegen sie von Botanikern auch Goldhafer-Wiesen genannt werden. (MANDERBACH 2017)

Neben dem Goldhafer wachsen auf den Wiesen in der Rhön auch das gefleckte Johanniskraut (Hypericum maculatum), der große Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis), Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum), das Buschwindröschen (Anemone nemorosa) und die ährige Teufelskralle (Phyteuma spicatum). Mit den lila, roten und weißen Blüten verwandeln die Berg-Mähwiesen ab dem Frühling die Mittelgebirgslandschaften in ein vielfältiges Farbenmeer, das auch viele Insekten anlockt.

Diese natürliche Vielfalt entstand durch eine regelmäßige Mahd (1 bis 2 Mal im Jahr), die dem Boden stetig Nährstoffe entzog. Deswegen wachsen dort heute viele Pflanzen, die nur einen geringen Nährstoffbedarf haben. Durch die Änderung der Grünlandnutzung, wie etwa intensivere und frühere Mahd, Düngung und Beweidung, ist dieser Lebensraumtyp heute stark gefährdet. (MANDERBACH 2017)

In der Rhön findet man über 400 Hektar dieses besonderen Lebensraumtyps, der größtenteils gemäht wird. Insgesamt hat sich die Nutzung gesteigert, teilweise auch durch den Gebrauch als Weide. Trotzdem gibt es auch Flächen, die überhaupt nicht bewirtschaftet werden. Beide Formen bedrohen auf unterschiedliche Weisen den Lebensraum. Im Rahmen des LIFE-Projektes sollen deswegen auf Probeflächen verschiedene Pflegemaßnahmen getestet werden. Dies ermöglicht später eine größere Flexibilität für die Landwirte bei der Pflege ihrer Wiesen. Eine weitere Bedrohung des Lebensraumes ist die Lupine, eine nicht heimische Art, die im Boden für eine Stickstoffanreicherung sorgt. Außerdem bildet sie Dominanzbestände, wodurch sie konkurrenzschwächere Arten verdrängt. Um die Ausbreitung der Lupine zu verhindern, sollen die Bestände dieser Pflanze durch Mahd, gezieltes Ausstechen und Stoßbeweidung verringert werden.

Quellenverzeichnis:
Manderbach, R. (2017): Berg-Mähwiesen. URL. http://www.deutschlands-natur.de/lebensraeume/grasland/berg-maehwiesen/ [Zugriff: 07.08.2017]

Berg-Mähwiesen in den Hochlagen der Rhön - Foto: Arnulf Müller

Bergmähwiese - Foto: Uwe Barth

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